7 Richtigstellungen zur Pressemitteilung der APESS im Rahmen des IFEN-Projektes

Angesichts der irreführenden Informationen, die von Seiten der APESS im Zusammenhang mit dem Projekt des IFEN (Institut de formation de l’Éducation nationale) verbreitet werden, sieht das Bildungsministerium sich zu folgenden Richtigstellungen veranlasst.

1. Keine Zusammenarbeit von Seiten der APESS erwünscht !

Bei der Schaffung des IFEN handelt es sich um einen Teil der Umsetzung der Reform des Öffentlichen Dienstes. APESS und SEW haben sich in der Vergangenheit strikt geweigert, an der Ausarbeitung und Anwendung dieser Reform im Bildungswesen zu beteiligen und sich mit dem Bildungsminister an einen Tisch zu setzen. Dass dieses Projekt nun von Seiten der APESS kritisiert wird, ist äußerst bedenklich.

2. Die Chimäre des „Enseignant unique“

Seit Jahren warnt die APESS vor der Einführung eines „Enseignant unique“ und versucht damit, die Sekundarschullehrer zu mobilisieren. So auch beim Projekt des IFEN. Dabei werden im Rahmen dieses Projektes alle Kategorien von Lehrern separat aufgeführt und erhalten unabhängig voneinander individuelle Ausbildungswege. Es gibt in dem gesamten Projekt kein einziges Indiz für die Schaffung eines „Enseignant unique“. Der Grund dafür ist, dass das Ministerium dieses Ziel gar nicht verfolgt.

3. Übergangsregelungen für Nachzügler

Laut Pressemitteilung der APESS würden ab kommendem September vier „Promotionen“ gleichzeitig am IFEN ausgebildet werden. Diese Information ist schlichtweg falsch. Ab September wird eine neue Promotion von Sekundarschullehrern ihr Referendariat am IFEN beginnen. Die aktuell an der Universität eingeschriebene Promotion wird ihren Abschluss im Dezember an der Universität machen. Im Anschluss daran wird das IFEN, auf expliziten Wunsch der Universität, diejenigen betreuen, die, aus welchem Grund auch immer, eine Verlängerung des Stage in Angriff nehmen müssen. Um Kontinuität zu garantieren, wird der aktuell für die Formation pédagogique (FOPED) zuständige Koordinator die Nachzügler auch am IFEN betreuen. Die Nachzügler werden unter den gleichen Bedingungen und auf Grund derselben Gesetzesgrundlage betreut wie in der Vergangenheit.

Dass die APESS in diesem Zusammenhang die angehenden Lehrer dazu aufruft, Klage gegen das Ministerium zu führen, zeugt nicht nur von großem Unwissen, sondern auch von großer Verantwortungslosigkeit.

4. Rekrutierung der Ausbilder

Die APESS erhebt den Vorwurf, dass die Rekrutierung auf der Basis eines „Gesinnungstests“ vorgenommen worden sei, der „darauf abzielt, lediglich stromlinienförmige und systemtreue Ausbilder“ anzuwerben. Das Ministerium zweifelt daran, dass die APESS diese Unterstellungen wirklich ernst meint. Wie sonst wäre es zu verstehen, dass sich engagierte Gewerkschaftler unter den Ausbildern befinden.

Die Bewerbungsprozedur fand in vollster Transparenz statt. Es gab einen Bewerbungsaufruf mit Bewerbungsbedingungen, der in allen Schulen ausgehängt wurde. Die Mehrheit der Bewerber wurde auch vom IFEN akzeptiert.

5. Fachdidaktische Komponente

Laut APESS würde im Rahmen des neuen Stage, die fachdidaktische Komponente von 135 Einheiten auf 75 Einheiten reduziert werden.

Auch dies stimmt so nicht! Das Gesamtvolumen bleibt gleich. Auch die didaktischen und fachdidaktischen Ausbildungsmodule werden im Umfang nicht zurückgefahren. Allerdings reagiert das IFEN auf die Kritiken, die immer wieder an der FOPED angeführt wurden, von den Schulen, den Direktoren, den Lehrern, den Gewerkschaften und vor allem den Referendaren: der fehlende Praxisbezug und die übermäßige Akademisierung der Ausbildung! Es geht in einer Berufs-Einführungsphase nur nebengeordnet um „Wissensvermittlung”, sondern vorrangig um die Aneignung von didaktischen Kompetenzen. Die zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen sollen möglichst gut ausgebildete Spezialisten des Lernens und Lehrens sein; dies lernt sich am besten in der Praxis und in Kursen, die möglichst in der Praxis verankert sind, nur bedingt in theoretischen Fachkursen, die zudem bereits im Vorfeld an der Universität belegt worden sind.

6. Besoldung der Ausbilder

Bei den Ausbildern soll laut APESS die Besoldung um 30% reduziert werden. Aus der Perspektive des IFEN stimmt dies nicht. Im Rahmen des Stage bezahlt das IFEN exakt die gleiche Besoldung, wie bei allen anderen Aus- bzw. Weiterbildungen auch. Diese Tarife sind allgemein bekannt, per Reglement festgelegt und auf der Internetseite des IFEN veröffentlicht.

7. Beginn der Ausbildungszeit

Laut Aussage der APESS hätten die Ausbilder „soeben erst erfahren, dass sie große Teile ihrer Kurse in den Sommerferien abzuhalten haben.“

Auch dies stimmt nicht ! Von Anfang an wurde mit den Ausbildern klar vereinbart, dass die Referendare am 1. September ihren Stage beginnen werden. So können im Vorfeld bereits wichtige Initiierungskurse belegt werden, und die Referendare eine Minimalvorbereitung vor dem ersten Schultag erhalten. Dies erlaubt, dass die Referendare während des Schuljahres weniger oft am Institut präsent sein müssen und sich so besser auf ihre Aufgabe des „Unterrichtens” konzentrieren können.

Es steht jedem zu, seine Sichtweise darzulegen und Argumente vorzubringen; man sollte jedoch von offiziellen Vertretern der Lehrer eine korrekte Darstellung der Tatsachen erwarten dürfen.   

  • Mis à jour le 14-07-2015